Architekt oder Generalunternehmen – auf wen bauen?

Als Bauherr hat man es nicht leicht. Hat man endlich – mit viel Engagement und gemeinsam mit dem Architekten – sein Projekt bis zur Baugesuchsreife getrieben und sich schliesslich auch mit dem – gefühlt zu hohen – Kostenvoranschlag abgefunden, steht das eigentliche Wagnis noch bevor: die Realisierung. Man zögert, macht sich Gedanken. Heisst es nicht oft, dass Architekten zwar den Entwurf, nicht aber das Budget im Griff haben? Wäre es nicht besser, die Ausführung in die Hände eines General- oder Totalunternehmers zu legen? Dies würde zwar Termin- und Kostentreue garantieren, aber oft fühlt sich der Bauherr vom Architekten besser verstanden als von einem emotionslos kalkulierenden Generalunternehmer. Übertriebenes Kostenbewusstsein kann gute Architektur verhindern. Wie also entscheiden?

Schwarz-Weiss-Denken führt selten zum Ziel. Tatsächlich haben beide Modelle ihre Vor- und Nachteile und somit ihre Berechtigung. Einige Architekturbüros besitzen durchaus eine hohe Kompetenz in der Ausführung oder verstärken sich mit einem spezialisierten Bauleitungsbüro. Anderseits bringen etliche Generalunternehmer grosses Verständnis für architektonische Belange auf. Entscheidend für den Erfolg eines Bauprojekts ist somit nicht das Realisierungsmodell, sondern das gemeinsame Verständnis und die gegenseitige Achtung der Projektbeteiligten.

Blogbeitrag vom 31. Oktober 2018; Titus Ladner und Stephan Rausch