Planer im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Denken und behördlichen Vorschriften

Schon lange kennen wir den Ausspruch: «Heutzutage muss nicht mehr die Aufrichte eines Bauwerks gefeiert werden, sondern der Erhalt der rechtskräftigen Baubewilligung.»

Tatsächlich wird der Weg zu dieser Genehmigung immer aufwendiger und ungewisser. Auch bei Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften ist es keinesfalls die Regel, dass eine Baubewilligung innert weniger Monate erteilt werden kann. Sehr oft führen Konflikte mit der Nachbarschaft – ob emotional oder sachlich begründet – zu erheblichen, oft mehrjährigen Verzögerungen. Auch Interessenverbände oder lokale Gruppierungen schalten sich in die Diskussion ein und vertreten oft durchaus legitime Interessen, welche zu einer Projektänderung und Neuauflage des Projektes führen können. Natürlich sind das wichtige demokratische Rechte in unserer Gesellschaft.

Für die Bauherrschaft wäre es aber wegen dieser Umstände sehr hilfreich, wenn die Auflage eines Baugesuchs mit relativ wenig Planungskosten verbunden wäre. Grundsätzlich sind die Abmessungen, das Verkehrsaufkommen und die Emissionen eines Bauwerks von öffentlichem Interesse. All dies könnte mit relativ wenigen Dokumenten aufgezeigt werden.

Von behördlicher Seite werden aber zunehmend umfangreichere Dossiers zu technischen, sicherheits- und umweltrelevanten sowie arbeitsrechtlichen Themen verlangt. Die Ausarbeitung dieser Unterlagen ist zeit- und kostenintensiv. Viele dieser Dossiers müssen neu aufgearbeitet werden, wenn das Projekt aufgrund von Einsprachen Änderungen erfährt, oder sie werden gar unnütz, wenn nie eine Baubewilligung erlangt wird.

Hier klafft ein grosser Spalt in der Erwartungshaltung, bzw. in der Zielvorgabe: Die Behörden wünschen ein durchgeplantes Projekt, und die Bauherrschaft möchte mit möglichst wenig finanziellem Aufwand die Hürde der Baubewilligung nehmen.

Wie wäre es mit einer Baueingabe «light», welche nur die für das öffentliche Interesse relevanten Unterlagen enthält? Technische Nachweise könnten dann in der Gewissheit, dass man bauen darf, nachgeliefert werden.

Blogbeitrag vom 3. Februar 2020; Stephan Rausch und Titus Ladner