Die Bedürfnisse der Bauherren

Kaum ein Beruf ist so interessant wie der des Architekten. Bei jedem Projekt präsentiert sich die
Aufgabenstellung neu. Sogar im Wohnungsbau verändern sich die Anforderungen stetig. Neue
Nutzerbedürfnisse verlangen laufend nach massgeschneiderten Lösungen. Noch spezifischer sind die Herausforderungen im Gewerbe- und Industriebau. Denn welcher Architekt weiss schon von Haus aus, welches die effizientesten Betriebsabläufe in einem Logistikzentrum oder einer chemischen Produktionsstätte sind? Dasselbe gilt für die technischen Anforderungen an ein Kühlhaus oder ein Rechenzentrum.

Daher muss sich der Architekt bei solchen Projekten die Erfahrung und die Kompetenz des Bauherrn sowie seiner Berater zunutze machen. Bauherren wissen oft sehr genau, was sie wollen und was nicht. So wünschen sie sich beispielsweise einen Neu- oder Umbau, der alle Eventualitäten abdeckt – etwa grösste Flexibilität durch Stützenfreiheit oder Umnutzungspotenzial durch kräftige statische Dimensionierung. Gute Architektur hängt nicht nur vom Können des Architekten ab, sondern auch von den gestalterischen und funktionalen Kenntnissen des Bauherrn. Deshalb ist es matchentscheidend, dass der Architekt die Bedürfnisse der Bauherrschaft gleich beim Projektstart präzise abklärt und in seinen Entwurf einfliessen lassen kann. Dieses Vorgehen erspart allen Beteiligten Ärger, Leerläufe und Kosten. Zudem lernt der Bauherr oft die Abläufe in seinem Geschäft besser kennen und erzielt damit eine Betriebsoptimierung im doppelten Sinn.

Blogbeitrag vom 21. Juni 2017; Titus Ladner und Stephan Rausch