Sollen wir immer nach Prognosen handeln?

Das Frühjahr ist die Zeit der Konjunkturprognosen und
-rückblicke. Auch wir sind gespannt darauf, zu erfahren, wie sich unser Markt in den Bereichen Wohn-, Büro- oder Gewerbebau entwickeln könnte, und hoffen natürlich auf gute Aussichten. Mehrere Institute erheben Kennzahlen und leiten daraus Prognosen ab, die immer detaillierter und scheinbar genauer werden. Im Wohnbau werden die Vergangenheitszahlen bis auf die Gemeindeebene heruntergebrochen und analysiert, auch wenn die Mengen dabei kaum mehr statistisch relevant sind. Wir wünschen uns natürlich, dass unser  Geschäftsgebiet in Regionen mit guten Aussichten liegt. Die Institute beurteilen das Risiko von Immobilieninvestitionen aufgrund von Leerstandsquoten und der Kaufkraft künftiger Mieter und Eigentümer. Aber sollen wir unser Handeln wirklich an diese Vorhersagen anpassen?

Letztlich resultieren die meisten unserer Bauprojekte aus Bedürfnissen von Nutzern oder Eigentümern, die immer gerade auf ihre momentane Situation zu reagieren haben – nur bedingt abhängig von der Konjunkturlage. Gerade für Büros in Regionen, die der Mainstream der statistikgläubigen Anleger kaum bevorzugt, ergeben sich dadurch grosse Chancen. Nach wie vor ist jedes Bauprojekt das Resultat der Bedürfnisse, der Möglichkeiten und der Opportunitäten seiner unmittelbaren Beeinflusser. Egal ob der Anstoss von einem Investor, einem Nutzer oder einem visionären Planer kam.

Blogbeitrag vom 04. Mai 2018; Titus Ladner und Stephan Rausch