RLC Bürogebäude –

eine spätklassizistische Perle von 1881

Das Bürogebäude der RLC Architekten AG Rheineck wurde im Jahr 1881 vom St.Galler Architekten Adolf Müller für die Schulgemeinde Rheineck unter dem Motto «Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit» erbaut. Davor stand auf dem Areal eine alte Gerberei, die 1879 abbrannte. Damit fand die jahrelange Suche nach einem geeigneten Platz für den Bau eines neuen Primarschulhauses ein Ende. Adolf Müller war seiner Zeit einer der bedeutendsten Ostschweizer Architekten. Er baute anfänglich im spätklassizistischen Stil (wie in Rheineck), später war es die deutsche Renaissance die ihm als Vorbild diente.

Das Rheinecker Primarschulhaus galt schnell als Musterbeispiel für den Schulhausbau. Während Jahrzenten diente das Gebäude Generationen von Rheineckern als Schulhaus. Nach dem Bau des neuen Neumüli-Schulhauses wurde das Gebäude nicht mehr benötigt und sollte im Jahr 1971 abgebrochen werden, da an seiner Stelle ein Postneubau projektiert war. Aus Rücksicht auf den benachbarten «Löwenhof» blieb das alte Schulhaus jedoch bestehen und fand im Architekturbüro RLC einen neuen Eigentümer.

Das weithin sichtbare Gebäude zwischen Neurenaissance und Spätklassizismus markiert nicht nur den Beginn der Thaler Strasse, sondern prägt - zusammen mit dem Realschulhaus von Adolf Gaudy - das Gebiet Kugelwies. Rückseitig ist es zusammen mit dem beherrschenden «Löwenhof» auch für die Rorschacherstrasse von grosser Bedeutung.

In den Jahren 1980 - 1982 wurde die Fassade restauriert und die Fenster erhielten Isolierverglasungen mit der überlieferten Sprossenteilung. Nun weisen Fenster, Fassaden und Dach erneut Handlungsbedarf in Restaurierung und Renovation auf. In diesem Sommer werden die Fenster nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder zur Gesamtarchitektur gehörend, stilgerecht nachgebaut. Auch eine sorgfältige Instandhaltung an Fassade und Dach tragen zum Erhalt dieses für Rheineck wichtigen Kulturgutes bei.  

 

Blogbeitrag vom 3. August 2017; Titus Ladner
(Quelle: Lotteriefonds Kanton St.Gallen, Sommer 2017)